Ein verborgener Schatz

 Können Sie sich vorstellen, dass ein Logistikunternehmen – wie z.B. die Deutsche Post DHL Group – als Ihr Geschäftspartner Ihnen für eine weitere reibungslose Zusammenarbeit nahe legt, nachweisbar den Anforderungen des Pariser Klimavertrags zu entsprechen, also 2 °C-kompatibel zu sein? Nehmen Sie dies einmal an.

 

Eine kleine und ambitionierte Gruppe junger grüner Unternehmen zeigt, was passiert, wenn man ein solches Szenario als große Chance angeht. In dem auf 1 Jahr angelegten Projekt Kooperation 2 °C („Koo2“) arbeiten die Koo2-Partner unter der Leitung von right. interdisziplinär an Best Practice zum Thema 2 °C-Kompatibilität. 2 °C-Kompatibilität wird hier anhand wissenschaftsbasierter Emissionsziele unter Anwendung anerkannter Methoden ausgedrückt. Im Rahmen von Koo2 werden diese Methoden konzeptionell so modifiziert, dass messbar ausgedrückt werden kann, wie die Technologien und Produkte der Koo2-Partner – und dies ist das Besondere und Neue – beim Kunden zu dessen wissenschaftsbasierten Emissionszielen beitragen.

 

In einem herausfordernden und lehrreichen zweiten Koo2-Partnertreffen vom 21.-22. April 2017 in Frankfurt am Main sind die unterschiedlichsten Persönlichkeiten mit hohen Erwartungen zusammengekommen, um die jeweils unternehmenseigenen Klimarisiken und –chancen zu analysieren und vorwärtsgewandt zu diskutieren. Was beim ersten Treffen noch theoretisch erklärt wurde, sollte praktisch integriert werden: Eine Reise, die durch intensive Höhen und Tiefen führte. Die jungen Unternehmer kamen sowohl als Team, als auch inhaltlich und sogar persönlich an ihre Grenzen.

 

Pause, Fenster auf und Ablenkung. Es gab sehr leckeres Streetfood von der Resteküche – im Büro. Das ist wie Streetart im Museum. Freunde, Bekannte und völlig neue Gesichter stießen zum ausgedehnten Koo2-Lunch auf Einladung hinzu.

 

Zurück zu den Grenzen: Gott sei Dank! Denn ein solcher Prozess schafft Klarheit: Was kann vom Projekt erwartet werden, was nicht? Wie viel Kapazität muss für die Integration eines derart komplexen Themas aufgebracht werden? Wer macht seine Hausaufgaben und wer meint, auch ohne mithalten zu können? Wie anspruchsvoll ist das Thema eigentlich für pfiffige junge Unternehmer und wo sind die Hürden? Wo hört der Tagtraum auf und wo fängt die Realität an?

 

Apropos Realität: Als phantastischer Abschluss des ersten Tages erklärte der Experte der Logistikbranche Patric Pütz (Senior Expert Responsibility Strategy & Standards, Deutsche Post DHL Group) den Koo2-Partnern ausführlich und äußerst eindrucksvoll über Skype, wie WBE in der Praxis schon jetzt umgesetzt werden. Großes Staunen bei den Koo2-Partner: Es passiert tatsächlich!

 

Koo2 versteht zunehmend, dass das wissenschaftsbasierte Emissionszielmanagement für junge grüne Unternehmen ein (noch) verborgener Schatz ist, den es zu bergen und gezielt verfügbar zu machen gilt. Welche Instrumente, nein, Maschinen! es zur Bergung braucht, kristallisiert sich Stück für Stück heraus. Bis wir das komplette Bild haben, müssen wir aufpassen, dabei nicht zu versinken. Ein hohes Maß an Selbstorganisation, Konzentration auf das Wesentliche und viel Fleiß, sind entscheidend.

 

Die Deutsche Post DHL Group hat sich übrigens im März 2017 zum Setzen von WBE verpflichtet – ein Meilenstein für die globalen Bemühungen, einfach richtiger zu wirtschaften. Und natürlich auch ein bisschen CSR.

Hannah Helmke ist Geschäftsführerin von right. Die Idee zu Koo2 kam ihr bei einer Rollerfahrt durch Frankfurt am Main.

 

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